Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten in Niedersachsen e.V.

Psychotherapie-Vermittlungsstelle

12.02.2006

Immer wieder fragen in den Praxen Patienten an, die dringend einen Behandlungsplatz suchen, aber keinen finden. Das hat dazu geführt, dass einige Krankenkassen, aufgrund des vermeintlichen Mangels an Therapieplätzen, wieder begonnen haben, wie in früheren Zeiten Psychotherapien im Rahmen des Erstattungsverfahrens zu finanzieren. Dem gegenüber stehen die Klagen einiger Kollegen, die aufgrund zu geringer Patientenzahlen teilweise sogar in finanzielle Nöte geraten sind.

Diese Entwicklung ist natürlich inakzeptabel. Patienten, die in Not sind, ist es eigentlich nicht zuzumuten, sich wochenlang durch Telefonlisten zu quälen und ständig Absagen zu erhalten. Auch die "Auferstehung" der mit dem Psychotherapeutengesetz an sich überflüssig gewordenen Erstattungspsychotherapie muss kritisch betrachtet werden, weil diese Gelder natürlich langfristig dem KV-Honorartopf entzogen sind und dort fehlen werden.

Diese Entwicklung ist u.a. darauf zurückzuführen, dass die KV in Hannover vor ca. 2 Jahren die bis dahin gut etablierte und frequentierte Psychotherapie-Vermittlungsstelle geschlossen hat. Begründet wurde dies mit der Erfahrung, dass die Rückmeldung bereits besetzter Plätze nicht reibungslos funktioniert hätte, sodass sich bei der KV deshalb häufig Patienten darüber beschwert hätten.

Letztlich erscheint diese Begründung aber wenig nachvollziehbar und Erfahrungen aus anderen Bundesländern zeigen, dass dortige Vermittlungsstellen durchaus dauerhaft ihre Aufgabe erfüllen. Allerdings hat auch die KVN Einsicht in die Notwendigkeit einer Therapieplatzes gezeigt und plant schon seit längerem ein entsprechendes Angebot über das Internet. Dort soll dann jeder Therapeut selbst dafür verantwortlich sein, sein Therapieplatzangebot selbst zu verwalten.

Leider ist dieses Projekt bisher noch nicht initiiert worden. Die KVN teilte jetzt auf unsere Nachfrage hin mit, dass die Inbetriebnahme der Internet-Vermittlung für den April, spätestens aber bis Mitte des Jahres 2006 angestrebt wird. Parallel dazu soll dann auch eine Informationskampagne gestartet werden, um das Bestehen dieses Angebotes allgemein bekannt zu machen.

Unglücklicherweise ist aber keine Möglichkeit vorgesehen, diese Psychotherapie-Vermittlungsstelle ohne Internetzugang, also z.B. telefonisch, zu nutzen. Damit werden aber zwangsläufig alle Kolleginnen und Kollegen ohne Internetzugang davon ausgeschlossen. Und es werden nicht wenige, vor allem wohl ältere Patienten ohne Heimcomputer, auf der Suche nach therapeutischer Hilfe weiterhin ohne Unterstützung bleiben.