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| Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten in Niedersachsen e.V. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Pressemitteilung: Welchen Wert hat die Psychotherapie? | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Am 19.09.08, trafen sich in den Räumen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVNds) in Braunschweig Vertreter aus Politik, Selbstverwaltung und Kammern, um mit niedergelassenen Psychotherapeuten über den Wert der Psychotherapie zu debattieren. Eingeladen hatte der niersächsische Landesverband des Bundesverbandes der Vertragspsychotherapeuten (bvvp Nds), der die diesjährige Herbsttagung der Delegierten des bvvp zu aktuellen Entwicklungen der im Gesundheitswesen und der zukünftigen Versorgung ausrichtete. Die Vorsitzende des Bundesverbandes, Frau Dr. Clever stellte in ihrem Eröffnungsreferat eine hohe Wertschätzung und ein Angebot angemessener und ausreichender Psychotherapie als Indikator für eine humane Gesellschaft heraus und stelle sich damit gegen gegen Forderungen nach schnellen Erfolgen und Spar-Ökonomie in der Medizin. Am Beispiel der wunderbaren Anekdote von Karl Valentin über den armen Patienten, der beim Doktor über die Leiden seiner Leber, des Magen und der vielen anderen Organe klagt, um dann zu bemerken, dass es ihm persönlich auch nicht gut geht", betonte sie die Notwendigkeit, auch psychische Störungen auch in Zukunft adäquat behandeln. Norbert Bowe zeigte die strukturellen Nachteile für die Psychotherapie in den Strukturen der medizinischen Selbstverwaltung auf und betonte dass die dort erlebte ständige Entwertung der Psychotherapie bei den Kollegen Spuren hinterlassen habe. Nur der Rechtsprechung und der Kontrolle durch das Bundesgesundheitsministerium sei es zu verdanken, dass die Psychotherapie-Leistungen seit 1996 zumindest mit einer Steigerung von 7,4% bis heute (unter dem Inflationsausgleich!) vergütet wurden. Wie Jürgen Doebert dann ausführte, wird es ab 2009 zu einer bundesweit einheitlichen Vergütungserhöhung für alle Ärzte kommen, an der auch die Therapeuten ihren Anteil haben, und es wird die Möglichkeit geben, endlich wieder Geld für bisher nicht oder kaum bezahlte Leistungen - z.B. Vorgespräche - zu erhalten. Die Psychotherapeuten werden ab 2009 pro Therapiesitzung endlich ungefähr das erhalten, was eine Reparaturstunde in der Autowerkstatt kostet. Die Politikerin Frau Dr. Carola Reiman, Bundestagsabgeordnete aus Braunschweig und für die SPD im Gesundheitsausschuß des Bundestags, gratulierte zu den erzielten Ergebnissen für die Psychotherapie. Gleichzeitig wies sie auf die Bedeutung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und des Solidarsystems für die Versorgung hin. Der Gesundheitsfonds schaffe ab 2009 die Basis für eine Verbreiterung der Finanzierung des Gesundheitssystems. Die weitere Entwicklung werde vom Ausgang der Bundestagswahlen im nächsten Jahr abhängen. Grundsätzlich sehe die SPD die Psychotherapie als einen Kernbereich der Gesundheitsversorgung, der nicht zu Disposition stehe. Auch der stellverstretende Vorsitzende der KV Nds, Dr. Steitz sieht die Psychotherapie als wichtigen Bestandteil einer nicht nur medizinisch-funktionell orientierten Versorgung. Darüberhinaus habe sie inzwischen durch die Rechtsprechung ein starkes Standbein in den ständigen Verteilungskämpfen der Organisationen der Selbstverwaltung. Der Präsident der niedersächsischen Psychotherapeutenkammer, Dr. Wittmann, warb um die Teilnahme an den jetzt vermehrt abgeschlossenen Selektivverträgen zwischen Kassen und Behandlernetzen. Das Kollektivvertragssystem müsse sinnvollerweise durch Vertragsstrukturen erweitert werden, die die Versorgung dahingehend ergänzen, dass die Versicherten auch notwendige Leistungen in Anspruch nehmen können, die nicht im Katalog der GKV vorgesehen sind, wie sozialpsychiatrische Maßnahmen bei chronisch schwer erkrankten Menschen. Alle Fachleute diskutierten lebendig über Auswirkungen eines zunehmenden Wettbewerbs in der Medizin. Als Gefahr wurde ausdrücklich benannt, dass die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Psychotherapie nur über ihre kurzfristigen Effekte beurteilt werden könnte. In dem neuen Verteilungssystem ab 2009, bei dem Krankenkassen speziell für schwer erkranke Patienten zukünftig mehr Geld aus dem Gesundheitsfond erhalten werden, sei zu befürchten dass der schwer- und chronisch Kranke das neue Objekt der Begierde" werden könnte. Ebenso einstimmige Ansicht unter den Teilnehmern des Podiums wie des mitdiskutierenden Publikums war, dass das Wettbewerbstärkungsgesetz nicht zu einer Entsolidarisierung der GKV führen darf. Eine auf der Grundlage der Behandler-Patienten -Beziehung bestehende Therapie werde immer ein langfristiger Prozess sein, wenn er ausreichend nachhaltig sein soll. Braunschweig den 20.09.08 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||